Das Schweizer Esports House: Neues Bootcamp-Netzwerk für die Schweizer Szene

Die Schweizer Esports-Community erhält frischen Wind – und zwar in Form eines Projekts, das vielen Teams seit Jahren fehlt: zentrale, bezahlbare und professionell erschlossene Bootcamp-Möglichkeiten. Mit dem Swiss Esports House lanciert der Swiss Esports Federation (SESF) ein Projekt, das Training, Community und Infrastruktur schweizweit zusammenbringen soll.

Ein Projekt von der Szene – für die Szene

Die Idee dahinter ist simpel, aber wichtig: Viele Schweizer Esports-Teams haben nicht die Ressourcen, um eigene Trainingsräume oder gar dedizierte Bootcamp-Häuser zu betreiben. Gleichzeitig sind internationale Bootcamps teuer und logistisch aufwändig.

Genau hier setzt das SESF-Projekt an. Statt ein einzelnes, grosses Trainingszentrum zu betreiben – wie es ursprünglich in älteren Konzepten angedacht war – vernetzt die Organisation heute verschiedene Partner-Locations in der ganzen Schweiz und macht sie als Esports-Houses buchbar.

Das Ergebnis: Ein flexibles, landesweites Angebot von Bootcamp-Räumlichkeiten zu fairen Preisen, klaren Bedingungen und mit zusätzlichem Nutzen für SESF-Mitglieder.

Die verfügbaren Esports Houses

Aktuell umfasst das Netzwerk vier Locations, die alle unterschiedliche Stärken haben:

Die ERUPT Lounge in Bern 🏠

Die wohl günstigste Option im Netzwerk, zentral in Bern mitten im Bahnhof gelegen. Ideal für Teams, die unkompliziert und ohne grosses Budget kurzfristig trainieren möchten.

Das GameInn Hotel in Kloten (ZH) 🏠

Eine der professionelleren Gaming-Locations im Raum Zürich Flughafen, mit moderner Ausstattung und gehobenen Unterkunftsmöglichkeiten. Hier können Teams mit gehobenem Anspruch oder die Jungesellenabschiedstruppe richtig Gas geben.

Die Manabar in Basel 🏠

Eine bekannte Community-Location, die Gaming-Bar-Atmosphäre mit Trainingsinfrastruktur verbindet – ideal für kreative Bootcamps oder Videoproduktionen oder falls das Team auch mal bei einem lustigen Gesellschaftsspiel-Abend entspannen möchte.

Das Team BDS House in Genf 🏠

Die Organisation Team BDS, einer der bekanntesten Schweizer Esports-Organisationen, öffnet ihre Türen für Bootcamps. Bis zu 30 Spieler haben in den grossen Location Platz.

Mehr als nur Training: Ein Netzwerk für Content & Community

In früheren Konzepten – wie in älteren Medienberichten zu lesen war – sollte das Swiss Esports House ein einziges, multifunktionales Zentrum werden: Trainingslager, Studio, Meeting-Hub und Produktionsstandort in einem. Auch wenn dieses konkrete Modell aktuell nicht realisiert wird, schwingt die Idee immer noch im Projekt mit.

Die heutigen Partner-Locations ermöglichen je nach Ausstattung:

  • Content-Produktion
  • Coaching-Sessions
  • Team-Meetings
  • Streaming
  • Büro- oder Organisationsarbeit

Damit entsteht zwar kein einzelner „Tempel des Schweizer Esports“, aber ein dezentrales Netzwerk, das funktional denselben Zweck erfüllt und sogar flexibler ist.

SESF-Mitglieder profitieren besonders

Der SESF nutzt das Projekt auch, um den Verband attraktiver zu machen. Mitglieder erhalten bis zu CHF 400 Rabatt pro Jahr, was sich vor allem für aktive Teams schnell auszahlt. Für Amateure, Semi-Pros und Organisationen, die regelmässig trainieren, ist das ein echter Mehrwert.

Wo bleibt die Zentralschweiz?

Trotz des guten Starts fällt etwas auf:
Die derzeitigen Esports Houses decken grosse Teile der Schweiz noch nicht ab.

Keine Partner-Location gibt es bislang in:

  • Zürich (ausser Kloten, aber nicht in der Stadt selbst)
  • St. Gallen / Ostschweiz
  • Innerschweiz (Luzern, Zug, Schwyz)
  • Graubünden

Hier könnte die SESF künftig noch nachrüsten – und vielleicht kommt ja auch wieder die Idee eines dedizierten nationalen Trainingscenters auf den Tisch. Die Nachfrage dürfte aktuell zwar vorhanden aber limitiert sein.

Ein wichtiger Schritt für die Schweizer Szene

Das Swiss Esports House ist kein gigantisches Prestigeprojekt – und genau das macht es so wertvoll. Es ist pragmatisch, sofort nutzbar und bietet echten Nutzen. Teams können sich professionell auf Turniere vorbereiten, ohne auf ausländische Bootcamps ausweichen zu müssen. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Community, weil es die Szene vernetzt und lokale Gaming-Orte sichtbar macht.

Und mal ehrlich: Welcher Esports Athlete hat nicht als Ziel, einmal in seinem Leben zusammen mit dem Team ein Wochenende lang in einem Esports House zu trainieren?

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