M80 erlebt beim StarLadder Budapest Major einen Auftakt, der kaum überzeugender hätte ausfallen können. Mit drei klaren Siegen ziehen sie ohne Umwege in Stage 2 ein – und im Mittelpunkt dieses Laufs stehen zwei Deutsche: Fritz „slaxz-“ Dietrich und Elias „s1n“ Stein. Beide liefern nicht nur starke individuelle Leistungen, sondern stehen sinnbildlich für den Wandel dieses Teams. Noch beim vergangenen Major schied M80 in Stage 2 mit 1-3 aus und wirkte überfordert, gerade in den entscheidenden Momenten. Diesmal aber ist alles anders: Das Line-up ist gefestigt, gereift und tritt mit einer Selbstverständlichkeit auf, die vor wenigen Monaten kaum denkbar gewesen wäre.
M80 erreicht überraschend deutlich die zweite Stage!

Ein Statement-Sieg nach einer enttäuschenden Major-Vergangenheit
Die 2-0-Serie gegen NRG war nicht nur ein Schritt in Stage 2, sondern ein emotionaler Befreiungsschlag. Beim letzten Major fehlte M80 in den wichtigsten Matches die Struktur, die Ruhe und die taktische Klarheit – genau jene Elemente, die sie nun wie selbstverständlich zeigen. Dass ausgerechnet NRG der Gegner war, macht den Triumph umso grösser. Vor nur zwei Wochen hatten beide Teams das Finale der Fragadelphia Ultra Mega Jersey Series bestritten, das NRG mit 3-2 gewann. Diesmal jedoch dominierte M80 von Anfang an, wirkte besser vorbereitet, aggressiver und willensstärker.
M80s Motivation war sichtbar – und der Unterschied zum letzten Major in Austin ebenso. Damals fehlte M80 in beinahe jeder engen Situation die Kaltschnäuzigkeit. In Budapest hingegen diktieren sie die Matches, statt auf deren Verlauf zu reagieren.
3-0 EASY WORK 🗣️🇺🇸
— M80 💣 (@M80gg) November 25, 2025
SEE YOU NEXT STAGE 🫡 pic.twitter.com/bLk2erbxvm
s1n führt wie ein Veteran – und zeigt, wie stark M80 gereift ist
Ein zentraler Grund für diese Entwicklung ist Elias „s1n“ Stein, der als IGL einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht hat. Seine CT-Setups auf Dust2 waren ein Paradebeispiel für cleane Mid-Round-Calls, Tempo-Kontrolle und kluge Rotationen. M80 startete mit einer dominanten 10-2-Hälfte in die Serie – ein Musterbeispiel dafür, wie sehr sich das Team taktisch stabilisiert hat.
Während s1n die Struktur formt, liefert Fritz „slaxz-“ Dietrich entscheidende Momente, die den Spielverlauf kippen. Auf Dust2 gelang ihm einer der wichtigsten Clutches des bisherigen Turniers: Nach einem Double-Deagle-Entry von Swisher holte slaxz- einen eiskalten 1v2, der aus einer Eco-Runde plötzlich eine gewonnene Runde für M80 machte. Dieser Moment zerstörte NRGs Economy, brachte M80 früh in die Kontrolle und nahm dem Gegner jegliche Hoffnung, das Comeback einzuleiten.

Mirage bleibt uneinnehmbar – M80 deutlich stärker als beim letzten Major
Mirage wurde erneut zur Parade-Map. M80 spielte wie entfesselt, dominierte die Opening-Duelle und überliess NRG kaum Raum für eigene Akzente. Die Map-Winstreak steigt damit auf beeindruckende 13 Siege in Folge – ein klares Signal an alle kommenden Gegner in Stage 2. Zwar war Mason „Lake“ Sanderson mit seinem 2.10-Rating der auffälligste Spieler der Map, doch die Basis für diesen Erfolg liegt in den Strukturen und Sicherheiten, die s1n und slaxz- einbringen.
M80 geht nicht nur weiter, sie tun es mit Ansage. Der Unterschied zwischen ihrem letzten Major-Auftritt und dem jetzigen könnte kaum grösser sein: Aus einem talentierten, aber instabilen Team ist ein echter Major-Contender geworden. Die Karten stehen nun ungleich besser. Das Selbstvertrauen ist hoch, die Map-Pool-Stärke ist offensichtlich, und die Führungsrollen sind klar verteilt.
Für die beiden Deutschen könnte das Budapest Major zu einem ihrer grössten internationalen Turniere werden. Und für die deutsche Szene ist dieser 3-0-Einzug ein unerwartetes, aber willkommenes Signal:
Deutsches CS lebt – und es spielt eine zentrale Rolle auf der grössten Bühne des Jahres.
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