Das BLAST Rivals Season 2 in Hongkong war der letzte echte Härtetest vor dem Major in Budapest – und während FURIA seine aktuelle Topform eindrucksvoll bestätigte, mussten die Falcons einmal mehr eine bittere Finalniederlage hinnehmen. Der 3:1-Erfolg der Brasilianer unterstreicht, wie stabil das Roster, speziell seit der Sommerpause, auftritt, während sich beim Superteam um Nikola „NiKo“ Kovac erneut die Frage stellt, warum es ausgerechnet in den entscheidenden Momenten Probleme bekommt.
FURIA geht als Topfavorit ins Major!

Falcons mit Traumstart auf FURIAs Map-Pick
Der Auftakt hätte für die Falcons kaum überzeugender ausfallen können. Inferno, der erste Pick von FURIA, ging mit einem deutlichen 13:3 an das Team um Captain Damjan „kyxsan“ Stoilkovski, der eine der stärksten Maps seiner bisherigen Karriere spielte. Mit aggressiven Clutches, mehreren Multikill-Runden und einer beinahe fehlerfreien Entscheidungsfindung war er der prägende Spieler einer ersten Map, die Falcons nicht nur die Führung brachte, sondern FURIA auch symbolisch traf. Den eigenen Pick in dieser Deutlichkeit zu verlieren, ist für jedes Team ein Schock.
THIS IS HIS GRAND FINAL! @kyxsancs with the pistol clutch 🔫 #BLASTPremier pic.twitter.com/nuRZR7yKYs
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YEKINDAR mit der Antwort auf Nuke
Die Reaktion auf Nuke war entsprechend deutlich. Mareks „YEKINDAR“ Gaļinskis dominierte die T-Seite, gewann nahezu jeden Duellansatz und stellte mit seiner Präsenz den gesamten Rhythmus der Map auf den Kopf. Der 13:9-Ausgleich stabilisierte FURIA nicht nur spielerisch, sondern verschob auch das Momentum zurück auf deren Seite. Die Unsicherheit aus Inferno war verflogen, die Serie wieder offen.
MONSTER#BLASTPremier @yek1ndar pic.twitter.com/lpKG9knmlb
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Train als Herzstück des Finals – und molodoy als entscheidender Faktor
Die dritte Map, Train, wurde zum fraglos intensivsten Abschnitt der gesamten Serie. Beide Teams suchten aktiv nach der Initiative, fanden sie aber jeweils nur für kurze Phasen. Mit fortschreitender Spielzeit entwickelte sich ein Match, das durch hohes taktisches Niveau, enge Trades und enorme individuelle Qualität geprägt war. Der junge Kasache Danil „molodoy“ Golubenko zog die Map dann auf Seiten FURIAs. Mit zwei Quad-Kills und einem gewonnenen 1-gegen-1 gegen Ilya „m0NESY“ Osipov, welches seinem Team letztlich den 2:1-Vorteil sicherte.
THE NO-SCOPE TO FINISH IT OFF#BLASTPremier @tvoy_molodoy pic.twitter.com/VshQcM9CPO
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Mirage: ein guter Start, ein schmerzhafter Verlauf
Auf Mirage schien es zunächst so, als könnten die Falcons die Serie noch einmal drehen. Die 4:0-Führung brachte Sicherheit, doch FURIA fand schnell Antworten. molodoys Stabilität mit der AWP, ein kontrollierter CT-Auftritt und schliesslich das fast unwirkliche 1v4 von Kaike „KSCERATO“ Cerato trafen die Falcons an einem Punkt, an dem sie das Spiel eigentlich unter Kontrolle hatten. Die Overtime brachte zwar nochmals Hoffnung, doch FURIA gewann die entscheidenden Runden in der zweiten Verlängerung. Trotz eines spektakulären 2-gegen-5 von m0NESY blieb für Falcons erneut nur der zweite Platz – und damit das alte Muster: ein starker Turnierlauf, aber kein Titel.

Ein Titel mit Bedeutung – und ein Finalfluch, der bleibt
Für FURIA ist der Triumph in Hongkong ein weiterer Beleg dafür, dass das Team im Hinblick auf Budapest zur absoluten Weltspitze gehört. Für die Falcons hingegen endet auch dieses Event mit der Erkenntnis, dass ihr grosses Ziel – das Major – weiterhin von einer offenen Wunde begleitet wird. Sie schlagen Topteams, sie dominieren Phasen, sie glänzen individuell, doch wenn die Trophäe in Reichweite ist, reisst der Faden.
The moment @FURIA crowned themselves CHAMPIONS 🏆 #BLASTPremier pic.twitter.com/TbytQkPTAO
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Dass m0NESY am Ende dennoch den MVP-Award erhielt, unterstreicht seine aussergewöhnliche Form, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie schmerzhaft dieses verlorene Finale war. Ein Sieg in Hongkong hätte die Vorzeichen vor Budapest deutlich verbessert – stattdessen bleibt die Frage, wie viel dieser erneute Rückschlag psychologisch anrichtet.
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