Legacy raus – PARIVISION und Jame erreichen sensationell Stage 2!

Sie galten für viele als sicherer 3-0-Pick, als eines der stabilsten Line-ups der Stage 1 – und doch ist für Legacy beim StarLadder Budapest Major Schluss. Im entscheidenden 2-2-Match unterlag das brasilianische Team PARIVISION, das mit Dzhami „Jame“ Ali zwar einen früheren Majorsieger im Line-up stellt, ansonsten jedoch ausschließlich aus Rookies besteht. Am Ende war es genau diese Mischung aus Coolness und Chaos, die der russischen Organisation den letzten Platz in Stage 2 bescherte.

Mit seiner gewohnten Coolness führte Jame PARIVISION in Stage 2 des Budapest Majors. | © HLTV

Ein wilder Decider und ein Comeback, das keiner erwartet hatte

Schon vor der Serie lag der Druck klar bei Legacy. Als amtierender Gewinner der CS Asia Championships und Finalist von Bukarest war die Erwartungshaltung riesig. PARIVISION dagegen? Vier Rookies, keine Majorerfahrung, und mit Jame ein In-Game-Leader, der auf großer Bühne schon alles erlebt hat.

Die Serie begann entsprechend holprig. Auf Ancient legte PARIVISION dank zweier Clutches von Jame – einem 1v3 in der Pistole und einem 1v2 kurz darauf – einen perfekten 6-0-Start hin. Obwohl Legacy sich wieder heranarbeitete, hielt das Rookie-Quartett unter Druck stand: Emil „nota“ Moskvitin, Vladislav „xiELO“ Lysov und Andrey „BELCHONOKK“ Yasinskiy glänzten in den entscheidenden Momenten und holten PARIVISION immer wieder zurück ins Spiel.

Legacy konterte auf Inferno eindrucksvoll. Das B-Duo Bruno „latto“ Rebelatto und Eduardo „dumau“ Wolkmer dominierte die Banana fast nach Belieben, während PARIVISION auf ihrer T-Side wiederholt ins gleiche Setup hineinlief. Ein klarer 13-5-Sieg erzwang den Decider – und alles deutete darauf hin, dass Legacy nun wieder in der Spur war.

Doch Dust2 wurde zum dramatischen Herzstück der Serie. Früh schien die Partie komplett in Brasiliens Richtung zu kippen: Guilherme „saadzin“ Pacheco dominierte mit der AWP, Legacy gewann mehrere Pistolen- und Force-Runden, und die Cat-Kontrolle der Brasilianer brachte PARIVISION immer wieder ins Straucheln. Das 11-5 zur Halbzeit schien eine Vorentscheidung – und selbst PARIVISION-Coach Dastan „dastan“ Akbayev gab nach der Partie ehrlich zu:

„Ich dachte, wir würden verlieren. Ich konnte nicht glauben, dass wir auf Dust2 zurückkommen würden.“

Dann jedoch folgte die Wende: Ein Double-AWP-Setup von Jame und xiELO stabilisierte die Defense, BELCHONOKK drehte mehrere entscheidende Multi-Kills, und trotz weiter sichtbarer Rookie-Fehler – verpasste Nades, wilde Bewegungen, verlorene Anti-Ecos – kämpfte PARIVISION sich auf 12-12 und erzwang die Overtime.

Legacy holte zwar den ersten Extra-Rundenpunkt, doch PARIVISION blieb unerschütterlich. In Double Overtime fanden sie schließlich Lücken in Legacys Default und vollendeten das Comeback – ein 5-11, später 10-12 Rückstand, am Ende ein Sieg für das Rookie-Lineup.

Legacy verabschiedet sich enttäuscht – ein Jahr voller Chancen, aber ohne Happy End

Für Legacy endet ein starkes Jahr mit einem bitteren Schlusskapitel. Nach dem Titelgewinn in Asien und dem Finaleinzug in Bukarest galten Lucas „lux“ Meneghini und sein Team als klarer Favorit, um Stage 1 problemlos zu überstehen. Doch schon die Erstrundenniederlage gegen FlyQuest sorgte für einen Dämpfer.

Legacy, das Überraschungsteam des vergangenen Majors, muss nun die Heimreise antreten. | © HLTV

Zwar rehabilitierten sie sich gegen Rare Atom und RED Canids, doch die Niederlage gegen B8 warf sie in den 2-2-Pool – und das entscheidende Duell gegen PARIVISION wurde zu genau der Stolperfalle, die sie vermeiden wollten. Besonders Dust2 dürfte Legacy lange nachhängen: Eine deutliche Führung, mehrere verlorene Schlüsselrunden und ein Gegner, der sich trotz aller Nervosität nie aufgab.

PARIVISION schreibt Geschichte – Jame führt vier Rookies in die nächste Runde

Während Legacy ihre verpassten Chancen analysieren muss, schreibt PARIVISION eines der großen Early-Stage-Märchen des Majors. Ein Team, das vor wenigen Monaten international kaum jemand auf dem Zettel hatte, zieht mit einem einzigen Veteranen in Stage 2 ein – und das nach einem der emotionalsten Comebacks des bisherigen Turniers.

Ob die Reise weitergeht, bleibt abzuwarten. Doch eines ist schon jetzt klar: Dieses Major hat sein erstes unerwartetes Highlight – und es kommt von Jame und vier Spielern, die gerade erst ihr erstes Major überhaupt spielen.

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