Team Spirit bleibt das dominierende Team der zweiten Jahreshälfte. Im Finale der BLAST Bounty Season 2 in Malta besiegten die Russen The MongolZ mit 3:0, holten damit den zweiten internationalen Titel in Folge nach dem Triumph bei der IEM Cologne und krönten ihren Lauf mit einem beeindruckenden Statement. Doch so klar das Endergebnis aussieht, so umkämpft waren die ersten beiden Maps – und The MongolZ hätten das Finale durchaus in eine ganz andere Richtung drehen können.
Spirit gewinnt BLAST Bounty Season 2!

Spirit rettet den knappen Vorsprung auf Nuke
Auf Nuke erwischte Spirit den besseren Start, gewann die Pistol und setzte sich früh in Führung. Doch die MongolZ liessen sich davon nicht beeindrucken und fanden nach einigen sehenswerten Multi-Kills von Sodbayar „Techno“ Munkhbold und Ayush „mzinho“ Batbold schnell ins Spiel zurück. Zur Halbzeit hatten die Cologne-Champions zwar knapp die Nase vorn, doch die Mongolen schnupperten immer wieder an der Sensation.
Spirit wirkte in dieser Phase ungewohnt fahrig, liess Chancen liegen und fand nur dank einzelner Glanzmomente zurück in die Spur. Ein Triple-Kill von Danil „donk“ Kryshkovets in der entscheidenden Runde verhinderte schliesslich, dass Nuke in die Overtime ging. Mit 13:11 behielt Spirit die Oberhand, doch The MongolZ hatten gezeigt, dass sie durchaus mithalten können.
Donkin' on 'em #BLASTPremier @donk1337 pic.twitter.com/7YOcGMrLQm
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Ein fast perfektes Mirage von The MongolZ – bis zur Overtime
Auf Mirage schien sich die Geschichte zu wiederholen, nur noch dramatischer. Erneut sicherte sich Spirit die Pistol, doch die MongolZ spielten mit viel Selbstvertrauen und attackierten die B-Seite so konstant und erfolgreich, dass die russische Defensive ins Wanken geriet. donk blieb dabei vergleichsweise blass, während Dmitry „sh1ro“ Sokolov mit einem spektakulären Quad-Kill und Neuzugang Ivan „zweih“ Gogin mit wichtigen Clutchs das Team über Wasser hielten.
Kurz vor der Halbzeit gelang MongolZ-Kapitän Garidmagnai „bLitz“ Byambasuren der wohl eindrucksvollste Moment der Serie: Ein Last-Bullet-One-Tap besiegelte einen unglaublichen 1v3-Clutch und drehte die Stimmung auf den Server. Die Mongolen wirkten in dieser Phase wie das gefährlichere Team, Spirit musste um jeden Anschluss kämpfen.
You shouldn't play with your food @sh1rocsgo…
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bLitz clutches up in the 1vs3 to end the half! 😮 #BLASTPremier pic.twitter.com/FjtFk2908R
Nach der Pause holte Spirit zwar erneut die Pistol, doch ein chaotischer Force-Buy brachte The MongolZ sofort wieder ins Spiel. Als zweih sein Team mit einem Triple-Kill bereits auf Map-Point brachte, sah alles nach einer Entscheidung zugunsten Spirits aus – doch die Mongolen fighteten sich in die Overtime. Dort kam dann donk zurück ins Rampenlicht: Mit der gewohnten Entschlossenheit riss er die Kontrolle an sich und führte Spirit zum 16:13-Erfolg. Ein Ergebnis, das die MongolZ bitter hinnehmen mussten, nachdem sie über weite Strecken das bessere Team gewesen waren.

Ancient: Spirit macht den Sack zu
Nach diesen zwei hochintensiven Maps wirkte The MongolZ auf Ancient wie ausgebrannt. Spirit gewann auch hier beide Pistols – insgesamt also sechs von sechs im gesamten Finale – und setzte sich früh ab. donk drehte endgültig auf und liess den Aussenseitern keine Chance mehr. Mit neun Multikill-Runden, sieben erfolgreichen Opening-Duellen und einer absurden ADR-Zahl von 143,4 beendete er das Finale beinahe im Alleingang. Das 13:5 war der deutliche Schlusspunkt einer Serie, die viel enger war, als das Endergebnis vermuten lässt.
The winning moment for @Team__Spirit as they secure another 3-0 in a BO5 ✅🏆 #BLASTPremier pic.twitter.com/VhVkxUtk8m
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donks historischer zehnter MVP
Der erst 18-jährige donk wurde zum bereits zehnten Mal in seiner Karriere als MVP ausgezeichnet. Mit dieser Marke reiht er sich in die Riege absoluter Legenden wie Christopher „GeT_RiGhT“ Alesund und Kenny „kennyS“ Schrub ein. Zwar war seine Dominanz nicht durchgehend so erdrückend wie bei früheren Turnieren, da sh1ro und zweih ebenfalls grossen Impact hatten, doch dass er am Ende dennoch klar die Nummer eins des Events war, spricht für seine aussergewöhnliche Klasse.
Die Leistung Spirits bekommt noch mehr Gewicht, wenn man die Umstände betrachtet. Mit zont1x steht ein langjähriger Spieler des Teams unmittelbar vor dem Abschied. Er soll nach der Esports World Cup durch Andrey „tN1R“ Tatarinovich ersetzt werden. Dass das Team trotz solcher Umbrüche in dieser Form auftritt, ist fast einmalig im Profibereich. Symbolträchtig durfte zont1x im Finale den Pokal als Erster hochhalten – ein kleines Abschiedsgeschenk seiner Mitspieler.
Your BLAST Bounty Season 2 Champions, @Team__Spirit 🏆 #BLASTPremier pic.twitter.com/6bqYRijTkz
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Spirit stürmt an die Spitze der Weltrangliste
Mit dem Titelgewinn in Malta hat Team Spirit nun auch die Spitze Weltrangliste erobert und Team Vitality als Nummer eins der Welt abgelöst. In kaum zwei Monaten haben sie sich mit zwei Trophäen, einem Superstar in Höchstform und einem Team, das auch in Drucksituationen kühlen Kopf bewahrt, an die absolute Spitze gesetzt.
Das 3:0 im Grand Final täuscht darüber hinweg, wie knapp The MongolZ zumindest auf Nuke und Mirage dran waren. Doch genau das macht die Leistung von Spirit so beeindruckend: Selbst wenn sie ins Wanken geraten, selbst wenn einzelne Spieler nicht glänzen, findet das Team immer wieder einen Weg zum Sieg. Mit donks zehntem MVP, einem nahtlos integrierten zweih und der Aussicht auf einen weiteren jungen Neuzugang steht Spirit womöglich erst am Anfang einer neuen Ära – als frisch gebackene Nummer eins der Welt.
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